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28.05.2026_PA: Die Enzyklika Magnifica humanitas - ein Schreiben über die menschliche Arbeit.

 

Magnifica humanitas (deutsch Die großartige Menschheit) ist eine Enzyklika von Papst Leo XIV. mit dem Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz “.

In den Augen von Papst Leo XIV. steht die Menschheit angesichts der Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz KI vor einer Zeitenwende. Von verschiedenen Seiten betrachtet er mögliche Entwicklungen, Chancen, aber auch Gefahren.

 

Gemeinsam mit der KABÖ Bundesleitung sieht Bundesseelsorger Karl Immervoll in der Enzyklika Magnifica humanitas eine Bestärkung im Einsatz für eine menschliche Arbeitswelt, besonders im KI-Bereich. Gewinnsucht und Reichtumsanhäufung auf dem Rücken ausgebeuteter Arbeiter:innen müssen kritisiert und verurteilt werden. Die Enzyklika ist eine Bestätigung der katholischen Soziallehre und stellt das Gemeinwohl an die erste Stelle.

 

Die Würde der Arbeit im digitalen Wandel

 

Ein eigenes Kapitel widmet er der menschlichen Arbeit. Diese ist „nicht ein bloßes Mittel, sondern sie bringt die Würde unseres Lebens zum Ausdruck und stärkt sie.“ (149) Leo XIV. weist darauf hin, dass Automatisierung, Robotik und KI die Struktur der Arbeit in rasantem Tempo verändern. Er plädiert für eine Verlangsamung der Entwicklung, um die Handlungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten. Gleichzeitig spricht er von der Gefahr vermehrter Arbeitslosigkeit, befürchtet einen Dominoeffekt, der Familie, junge Menschen und die Wirtschaft tiefgreifend beeinträchtigt. Dennoch bringt er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass mittels dieser Technologien, Menschen von beschwerlichen, monotonen oder gefährlichen Tätigkeiten entlastet werden, „doch muss der Schutz der Arbeitsplätze und die unersetzliche Rolle des Menschen die allgemeine Regel bleiben“. (152) „In diesem Wandel reicht es nicht aus, erst zu reagieren, wenn Arbeitsplätze verschwinden. Es ist notwendig den Wandel im Voraus zu gestalten.“ (156) In der Folge ist auch von Wirtschaftssystemen die Rede, für die Leo beansprucht, dass sie die Würde des Menschen hervorheben und er kritisiert Finanzsysteme, die sich von anthropologischen und moralischen Grundlagen entfernt haben.

 

Die Ketten der neuen Formen der Sklaverei sprengen

 

Deutlich wird Papst Leo im weltweiten Blick auf die Problematik der KI: „Ein wesentlicher Teil der Funktionsweise der digitalen Wirtschaft beruht auf der stillen Arbeit von Millionen von Menschen, die in wenig sichtbaren, aber unverzichtbaren Tätigkeiten beschäftigt sind: Datenbeschriftung, Moderationen von Inhalten – oftmals der schlimmsten Art – und Modelltraining. In vielen Fällen handelt es sich um junge Menschen, zumeist Frauen, die für einen Mindestlohn hart arbeiten. Zu dieser unsichtbaren Mühe kommt noch die brutale Arbeit hinzu, die Ressourcen zu gewinnen, die für die Herstellung der Geräte und Mikroprozessoren benötigt werden, auf denen die KI basiert. In einigen Regionen arbeiten Kinder und Jugendliche unter gefährlichen Bedingungen … Körper werden verletzt, verstümmelt und verbraucht, damit der Rechenfluss nicht zum Stillstand kommt.“ (173) In der Folge wendet sich Leo dem Versagen der Kirche in Bezug auf Sklaverei zu, verurteilt und bedauert, und bittet um Entschuldigung. (176)

 

So schlägt der Papst mit Blick auf die Soziallehre vor, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Es geht um eine ganzheitliche menschliche Entwicklung von Innovation, die nicht zu einer Ausgrenzung und zu Herrschaft führt. „Und nur so kann das Versprechen des Fortschritts als wahr erkannt werden, weil es an der unantastbaren Würde jedes Mannes und jeder Frau gemessen wird.“ (181)

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