06.10.2026_PA: Menschenwürdige Arbeit und Zusammenhalt am Arbeitsplatz sind wichtige Grundlagen für Frieden
Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober setzt die Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung mit Aktionen in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Salzburg und Wien Zeichen für gute Arbeit, soziale Gerechtigkeit und die Würde des Menschen. Damit rückt sie die Arbeitswelt und ihre aktuellen Herausforderungen in den Mittelpunkt dieses Tages. Auch die Betriebsseelsorgen, der Fonds für Arbeit und Bildung sowie die Junge Kirche beteiligen sich. Auf die Weltweiten Herausforderungen macht die Weltbewegung Christlicher Arbeiter:innen (WBCA) aufmerksam: soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, Armut trotz Arbeit, unsichere Arbeitsbedingungen, Migration und neue Formen der Ausbeutung. Die gemeinsame Botschaft ist klar: Menschenwürdige Arbeit ist eine Frage der Gerechtigkeit und eine wichtige Grundlage für Frieden. Denn Arbeit ist mehr als ein Einkommen. Sie ermöglicht Teilhabe, persönliche Entfaltung und Gemeinschaft. Wird Arbeit prekär, werden Menschen ausgebeutet oder bleiben ihre Rechte auf der Strecke, wird auch der gesellschaftliche Zusammenhalt geschwächt und damit der Friede gefährdet.
Das Gespräch mit Menschen auf der Straße suchen
In Oberösterreich stehen die Aktionen rund um den 7. Oktober auf den Straßen und in den Betrieben unter dem Motto „ZusammenHalt - weil Arbeitsplätze einen Wert haben“. Die Initiative „mensch&arbeit“, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung und die Betriebsseelsorge OÖ setzen mit Kartenaktionen und Besuchen an Arbeitsplätzen ein Zeichen für gute Arbeit.
„Ein Arbeitsplatz ist wichtig. Aber ein Arbeitsplatz allein macht Arbeit noch nicht menschenwürdig. Auch faire Bezahlung, Sicherheit, Mitbestimmung, Sinn und die Auswirkungen der eigenen Arbeit auf andere Menschen und die Umwelt spielen eine Rolle“, betont KABÖ-Vorsitzender Hubert Gratzer. Genau darin liege die doppelte Botschaft der Aktion: zusammenhalten, wenn es darum geht, füreinander einzustehen. Und Halt sagen, wenn wirtschaftliche Entwicklungen die Würde des Menschen, soziale Gerechtigkeit oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. „Arbeitsplätze haben einen Wert. Arbeit hat eine Würde. Und Zusammenhalt gibt uns die Kraft, beides zu schützen“, so Gratzer.
Auch in den anderen Bundesländern werden Arbeitnehmer:innen und Passant:innen gefragt, was für sie gute Arbeit ausmache und wie sie zu „Arbeiten am Sonntag“ stünden. Die Ergebnisse der spontanen Kurzinterviews werden anschließend über Social Media geteilt.
Sorgsamer Umgang mit Digitalisierung und KI
Auf die Veränderungen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz und die neuen Fragen, die diese aufwerfen, macht Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika Magnifica humanitas eindringlich aufmerksam. „Wenn Algorithmen Arbeitsabläufe steuern, Leistungen bewerten oder Entscheidungen beeinflussen, braucht es Transparenz und menschliche Verantwortung. Technologie soll den Menschen unterstützen – nicht ihn zum bloßen Leistungswert machen“, erläutert Hubert Gratzer, Vorsitzender der KABÖ. „Papst Leo plädiert für einen langsameren und sorgsameren Umgang mit KI.“
