Verleihung der Papst-Leo-Preise 2009
Bei der Kuratoriumssitzung der Papst-Leo-Stiftung am 3. März 2009 wurden die diesjährigen Papst-Leo-Preise an Dr. Bedrich Vymetalík (Brünn), an den em. Bischof Dr. h. c. Maximilian Aichern (Linz) und an das Projekt Megaphon (Graz) vergeben. Die Preisträger wurden aus 37 Einreichungen in geheimer Abstimmung ausgewählt.
Alle übrigen Kandidaten haben sich, wenn auch auf unterschiedliche Weise, ebenso um die katholische Soziallehre verdient gemacht und wären preiswürdig gewesen.
Horn als Sitz der Stiftung ist neben Telc und Raabs heuer Standort der länderübergreifenden NÖ Landesausstellung. Unter anderem deshalb hat sich das Kuratorium entschlossen, ausnahmsweise einen der Preise an einen tschechischen Staatsbürger zu vergeben. Die Wahl fiel auf Dr. Bedrich Vymetalík, der von der Kath. Arbeitnehmerbewegung (KAP) Tschechiens eingereicht wurde. Vymetalík hat bereits während des kommunistischen Regimes im Untergrund christlich-soziale Aktivitäten gesetzt und nach erlangter Freiheit eine Christliche Gewerkschaft gegründet. Er gilt als der wichtigste Vertreter der Kath. Soziallehre in Tschechien, lehrt aber auch an der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan.
Bischof Dr. h. c. Maximilian Aichern setzte sich in der österreichischen Bischofskonferenz unermüdlich für soziale Anliegen ein. Aufgrund seiner Initiative ist 1990 der Sozialhirtenbrief und 2003 das Ökumenische Sozialwort der christlichen Kirchen in Österreich veröffentlicht worden. Er war Referatsbischof von Kath. Arbeitnehmerbewegung, Kath. Arbeiterjugend und Katholischer Aktion und suchte Kontakte zu ÖGB und Arbeiterkammer genauso wie zu Unternehmervertretungen. Er war Protektor der Kath. Sozialakademie und des Betriebsseminars Linz. Wo immer er konnte, unterstützte er große und kleine Sozialprojekte.
Megaphon ist ein Projekt der Caritas der Diözese Graz-Seckau. Unter Führung von Mag. Gerhild Wrann wird versucht, die Ressourcen, Eigenständigkeit und Solidarität von Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, durch Weiterbildungsangebote, Arbeit und kreative Aktivitäten zu stärken. Unter anderem wird eine Straßenmagazin herausgegeben und ein interkulturelles Café betrieben.
Kontakt

Des
Christlichen
Arbeitervereines
für das Waldviertel
in Horn, NÖ
Klostergasse 15-17
A-3100 St. Pölten
TEL.: 0 27 42 / 398 343
(KAB St. Pölten)
FAX: 0 27 42 / 398 387
E-Mail: papstleostiftung@kirche.at
Die Stiftung
Die Papst-Leo-Stiftung wurde 1985 zur Förderung der Kath. Soziallehre gegründet und wird von einem Kuratorium verwaltet. Sie vergibt unter anderem alle zwei Jahre jeweils zwei Papst-Leo-Preise für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre, die mit je 1.500,- dotiert sind und zu gleichen Teilen an zwei Preisträger vergeben werden.
Durch diese Preise soll öffentlich anerkannt werden, wenn sich Personen und Institutionen um die Kath. Soziallehre in Lehre und Praxis, um die Verbreitung ihrer Kenntnis, um ihre praktische Anwendung durch Gesetzgebung, Projekte und Modelle oder um Akte sozialer Gerechtigkeit in ihrem Sinne innerhalb der Republik Österreich besonders verdient gemacht haben.
Aber auch für Projekte auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe und internationalen Solidarität, insbesondere solcher, für die österreichische Staatsbürger Verantwortung tragen, ist diese Auszeichnung vorgesehen.
Die bisherigen Preisträger
1987: Innungsmeister Josef Lins (Vlbg.) für das in seinem Betrieb erfolgreich praktizierte Modell einer Mitarbeiterbeteiligung;
1988: die Schuhwerkstatt Schrems (NÖ) als Experiment einer Arbeitnehmer-Selbstverwaltung jugendlicher Arbeitsloser in einem wirtschaftlichen Problemgebiet;
1989: Sr. Maria Herlinde Moises (Slzbg.) für ihren Einsatz als Missionsschwester und Entwicklungshelferin in Kolumbien mit starkem gesellschaftspolitischem Engagement;
1990: Mag. Karl Rottenschlager (NÖ) für die Gründung und Leitung der Emmausgemeinschaft, die sich um die gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung Haftentlassener, Nichtseßhafter sowie Alkohol- und Drogenabhängiger annimmt;
1991: Landesrat Liese Prokop (NÖ) für ihre Bemühungen um die Familien, insbesondere für die Einführung der NÖ Familienhilfe, und Univ.-Prof. P. Dr. Johannes Schasching SJ (Rom - Wien) für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Kath. Soziallehre und seine Lehrtätigkeit im In- und Ausland;
1993: Hans Riedler (OÖ) als Obmann des Vereines "Arbeitsloseninitiative B7" für die Bemühungen um die Wiedereingliederung von vor allem jugendlichen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsprozeß im Raume Linz, und Ing. Friedrich Walterskirchen (NÖ) für seine Privataktion, Gebrauchtwerkzeuge zu sammeln und Lehrwerkstätten und Dorfgemeinschaften in Tanzania zur Verfügung zu stellen;
1995: Josef Bechtold (Vlbg.) als Betriebsleiter des Strumpferzeugers Ölz für die in diesem Betrieb erfolgreich umgesetzte Mitarbeiterbeteiligung und Dolores Bauer (Wien) als Obfrau des Vereines "Solidarität mit Lateinamerika" für die soziale, kulturelle, materielle und politische Unterstützung südamerikanischer Gewerkschaftseinrichtungen;
1997: OSR Ingeborg Lentschig und OSR Klaudia Mayr (NÖ) als Obfrauen der "Aktion Lettland" für Hilfstransporte nach Lettland und Bildungsinitiativen für lettische Multiplikatoren, und Manfred Strutzenberger (OÖ) als Vorsitzender der "ARGE ARMUT" für
Initiativen für soziale Gerechtigkeit und gegen Armut im In- und Ausland:
1999: Landtagspräsident Mag. Edmund Freibauer (NÖ) für das von ihm konzipierte NÖ Wohnbauförderungsgesetz nach sozialen und
familienpolitischen Kriterien, und Professor Dr. Dr. Johannes Michael Schnarrer (Wien) für seine Bemühungen um die Kath. Soziallehre in Wissenschaft und Publizistik, insbesondere für die unentgeltliche Übernahme des Lehrstuhls für Ethik und Sozialwissenschaften in Karlsburg (Siebenbürgen, Rumänien);
2001: Die Lehrlingsstiftung Eggenburg (NÖ) für ihr Projekt, Jugendlichen mit theoretischen, praktischen und sozialen Defiziten auf eine Berufslehre vorzubereiten und Lehrstellen zu vermitteln, und
das Bildungshaus Betriebsseminar Linz (OÖ) für 37-jährige erfolgreiche Bildungsarbeit auf Grundlage der Kath. Soziallehre für ArbeitnehmerInnen und haupt- oder ehrenamtlich in der Arbeitnehmerpastoral Engagierte.
2003: Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader für sein Bemühen, die Intentionen der Katholische Soziallehre in seiner politischen Tätigkeit aktuell umzusetzen, und
Pfarrer Mag. H. Andreas Brandtner für die Initiierung und Leitung der EURO-Jugendakademie, von Jugendbildungshäusern in Oberhöflein und Safov (CZ) und für grenzüberschreitende Kindersommerlager in Langau
2005: Die beiden Preise gingen an den Österreichischen Bauorden und an die Hans-Klingler-Stiftung.
Der Österreichische Bauorden organisiert Arbeitseinsätze von freiwilligen Helfertrupps, die aus Jugendlichen verschiedener Herkunftsländer und einem Betreuer bestehen.
Grundanliegen der Hans-Klingler-Stiftung ist die Umsetzung christlicher Gewerkschaftssolidarität in Ländern der Dritten Welt sowie in Ost- und Mitteleuropa, basierend auf den Werten der Katholischen Soziallehre.
2007: Die beiden Preise gingen an Thomas Huber aus Ternitz, und an die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Schulschwestern Amstetten.
Thomas Huber hat in Eigeninitiative eine Bäckerei in Kinshasa, Kongo, eingerichtet und dort in einem mehrwöchigen Aufenthalt Jugendliche ausgebildet.
Die Schüler und Lehrkörper der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Schulschwestern in Amstetten unterstützen seit 2005 durch zahlreiche Aktivitäten ein Kinderzentrum und den Hilfsverein "Charity Viden" in Konotop, Ukraine.
2009: Bei der Kuratoriumssitzung der Papst-Leo-Stiftung am 3. März 2009 wurden die diesjährigen Papst-Leo-Preise an Dr. Bedrich Vymetalík (Brünn), an den em. Bischof Dr. h. c. Maximilian Aichern (Linz) und an das Projekt Megaphon (Graz) vergeben. Die Preisträger wurden aus 37 Einreichungen in geheimer Abstimmung ausgewählt.
